A little story about freedom

A little story about freedom

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Hola mis Amigos Queridos! 

Heute vor 25 Jahren wurde Geschichte geschrieben. Eine Geschichte über Freiheit, über Mut und über Zusammenhalt. Was zusammen gehörte, wurde wieder vereint. Eine Grenze wurde durchbrochen. Die weltberühmte Mauer, die mein Heimatland jahrelang entzweit hatte, brach unter den Protesten eines Volkes zusammen. Menschen aus Ost und West fielen sich in die Arme, denn es war der Traum von Freiheit, der sie alle vereinte. Zusammen haben sie sich diesen Traum erkämpft und damit den Beweis dafür erbracht, dass dort, wo ein Wille ist, auch immer ein Weg sein wird.

Immer wieder überfällt mich eine Gänsehaut, wenn meine Eltern mir von diesem Tag erzählen. Nichtsahnend saßen sie an diesem Morgen in ihrer Küche und glaubten ihren Ohren nicht zu trauen, als die frohe Botschaft über den Radiolautsprecher zu ihnen drang. Die Mauer. Offen. Der Weg nach West-Berlin. Frei. Umgehend sprangen sie in ihren nagelneuen, himmelblauen Trabant und brachten das Gaspedal zum glühen. In Berlin angekommen, passierten sie die noch immer fassungslos dreinschauenden Grenzoffiziere und konnten sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. An der Oberbaumbrücke überquerten sie das erste Mal in ihrem Leben die Spree nach West-Berlin – in die Freiheit.

Freiheit. Was für meine Generation in Deutschland heute so selbstverständlich erscheint, ist ein Gedanke, der für meine Eltern lange Zeit unerreichbar schien und noch heute für viele Menschen auf dieser Welt womöglich immer ein Traum bleiben wird. In einem Land aufzuwachsen, welches man kaum je verlassen wird; zu wissen, dass es so viele wunderschöne Orte auf dieser Welt gibt, doch mit der Gewissheit erwachsen zu werden, dass man sie nie im Leben sehen kann; Was für ein furchtbar abscheuliches Gefühl muss das sein? Ich habe so oft davon gehört und dennoch kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Ein Leben im Käfig. Undenkbar für mich, mit meiner Sehnsucht nach der großen, weiten Welt.

Warum ich heute darüber schreibe? Aus tiefster Dankbarkeit! Hätte es vor 25 Jahren nicht diese unheimlich willensstarken Menschen gegeben, die den Traum von Freiheit nicht aufgeben wollten, die mutig waren, die zusammenhielten, dann wäre ich womöglich auch in diesem Käfig aufgewachsen. Auch ich hätte als Kind nie das Mittelmeer gesehen, wäre nie durchs Brandenburger Tor gelaufen und hätte nie den Äquator überquert. Der Traum, eines Tages nach Amerika zu fliegen, wäre immer ein Traum geblieben. Den Tag, an dem ich meine freudestrahlenden Eltern am Flughafen in Washington begrüßte, ihr Gesichtsausdruck, als sie zum ersten Mal die Freiheitsstatue, die Golden Gate Bridge, oder überhaupt den Pazifischen Ozean erblickten, diese Freude, einen lebenslang ersehnten und doch nie für möglich gehaltenen Traum mit ihnen zu teilen – das alles hätte es nie gegeben. Meine große Liebe und ich hätten für immer in verschiedenen Welten gelebt. Von einer unüberwindbaren Mauer getrennt, wären wir uns wahrscheinlich nie begegnet.

Gerade meine Generation sollte diesen Tag daher mit großer Ehrfurcht betrachten! Uns wurde so ein völlig anderes Leben ermöglicht, als das unserer Eltern. Ein freieres Leben. Ohne all die mutigen Demonstranten und Idealisten, die vor 25 Jahren eine der grausamsten Grenzen der Weltgeschichte zum Fall gebracht haben, könnte ich dieses Leben nicht führen, was ich heute lebe. Vielleicht ist das der Grund, warum mir das Reisen schon immer so am Herzen liegt. Es bündelt diesen Traum von Freiheit, der meinen Eltern erst so spät erfüllt wurde, während ich ihn von Anfang an leben durfte. Die Freiheit nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern als großes Glück zu empfinden, dazu wurde ich erzogen. Die grenzenlosen Möglichkeiten, die mir geboten werden, nicht ungenutzt verstreichen lassen zu wollen, ist mein innerer Antrieb, immer wieder in ein Flugzeug zu steigen und jeden noch so abgelegenen Winkel dieser Welt zu erkunden. Mit meinen 24 Jahren besuche ich nun schon den 5. Kontinent und das 22. Land in meinem Leben und habe das Glück, studieren zu können und dort zu leben, wo ich es möchte. Dieses Leben ist nicht für jeden selbstverständlich und deshalb empfinde ich tiefste Dankbarkeit und größten Respekt gegenüber den Menschen, die das vor 25 Jahren überhaupt möglich gemacht haben.

Saludos&Besitos,

Mandy xx

English Translation:

Today is a very special day to me and to my country but just as well to the rest of the world because we are celebrating the 25th anniversary of a great moment in the history of freedom, bravery and friendship. 25 years ago, the worlds most terrible border broke down under the protest of a people that no longer wanted to be separated. People from West and East fell arm in arm. Those who had been strangers the day before, were reunited by this powerful dream of freedom. Together, they had fought to achieve it and they have given proof to the world that there will always be a way to make things possible, as long as there’s a strong desire.

Hearing my parents stories on how they have experienced this special day, has always touched my heart in a way that words can’t express. I can almost feel their surprise and anxiety as they first heard the wonderful news through the radio and how they couldn’t believe their own ears at first. The wall. Open. Access to West-Berlin. Free. There must have been a misunderstanding…Full of excitement, they jumped into their brand-new and baby blue Trabant and headed towards the capital city. Arriving in Berlin, they couldn’t help a bright grin at the seemingly overwhelmed border patrols. It was true! For the first time in their lives, they crossed the Spree river towards Kreuzberg – in West-Berlin.

Freedom is what my generation seems to take for granted, while it has been denied to our parents for such a long time and is still out of reach for way too many people in this world. Many of us have never even tried to imagine what it must be like. growing up in a country which you will hardly ever be allowed to leave, knowing of all these wonderful places in the world which you will never get to see. How terrible this must feel like! Though I’ve heard of it so often, I still can’t imagine what it must feel like. A life inside a cage. Unimaginable for someone like me who desires nothing less than seeing the whole wide world.

The reason, I am writing about this day today is mainly, because I want to say thank you but also to raise awareness. Had it not been for these strong people who refused to give up on their dream of freedom, I would have had to grow up in a cage as well. As a child, I would have never seen the Mediterranean Sea, I wouldn’t have been able to ever cross the Brandenburg Gate, nor the equator. My dream of being an au pair in the USA never would have been fulfilled. This day, that I proudly welcomed my parents to Washington D.C. would have never happened. I would have never seen the look in their eyes, when they first saw the Statue of Liberty, or the Golden Gate bridge. The happiness, sharing this dream of a lifetime, which had been impossible for so long, we would have never experienced. My great Love and I would have lived in different worlds forever. Separated by an  insurmountable wall, we would probably have never met.

Especially my generation should therefore meet this day with great awareness. We were granted a whole different live, than those of our parents and grandparents. A free life, which wouldn’t have been in the cards for s, if it hadn’t been for all these brave demonstrates and idealists who have fought for their dreams about 25 years ago. Maybe this is the reason, traveling means so much to me. It somehow channels this dream of freedom which has been fulfilled to my parents that late but which has always been open to me. Not taking this freedom for granted and my desire to not let opportunities pass that come with it, is what eps me going until I have discovered every inch of this world that I choose to visit. At my age of 24 years, I have already been to 5 continents and 22 countries, I’m lucky to study the major that I’ve chosen for myself and I couldn’t be happier with the chance to live wherever I please. This life is something that I got because 25 years ago, people have shown a lot of strength to achieve it. I don’t want to take it for granted and so I am thanking all of them today and I do pay my greatest respect to what they have achieved.

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