10 years with my best friend

10 years with my best friend

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Hola mis Amigos Queridos!

 

DE: Am 3. September 2004 wurde für mich ein ganz besonderer Traum wahr. Dieser unglaublich schöne Traum, der von so vielen Mädchen auf der Welt geträumt, den meißten jedoch nie erfüllt wird, doch ausgerechnet ich war eine der Glücklichen: Ich bekam mein eigenes Pferd. Mein ganz eigenes, kleines, freches Pony namens Alfred.

Ich war im Himmel auf Erden angekommen! So glaubte ich jedenfalls, doch dass so ein eigenes Pony auch eine große Verantwortung mit sich bringt und nicht nur eine Menge Spaß bedeutet, dass musste ich schon bald lernen. Als erstes waren es meine Schulnoten, die für kurze Zeit in den Keller gingen, genauso wie meine damaligen Freundschaften. Über Nacht hatte mich die Tatsache, ein eigenes Pferd zu besitzen, nicht gerade zum beliebtesten Mädchen der Schule gemacht. Vielleicht war das meinen Interessen geschuldet, die sich mit Alfred einfach in eine andere Richtung entwickelten, als die meiner Mitschülerinnen. Während ich die Nachmittage auf der Ponywiese verbrachte, gingen meine Freundinnen ins Kino, oder Shoppen – ohne mich. Vielleicht war es aber auch der Neid. Eine weitere Herausforderung war mein Pony selbst: ständig ging er mit mir durch und manchmal, da hatte ich ganz schön Angst. Aufgeben war jedoch nie eine Option, denn dieses Pony war nun meins und ich musste mich auch darum kümmern.

Nach einer Weile habe ich gelernt, meine Zeit zwischen der Schule, den Hausaufgaben und meinen Nachmittagen auf der Ponywiese besser einzuteilen und mein Notenspiegel verbesserte sich zusehends, sogar mehr noch als je zuvor. Nicht alle meiner Freundschaften haben sich wieder erholt aber irgendwann, war auch das alles nur noch halb so schlimm für mich, denn ich hatte einen neuen besten Freund gefunden. Sein Name war Alfred. Er hörte mir immer zu, war immer für mich da, tröstete mich, wenn ich traurig war und brachte mich gelegentlich unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn die Übermut mal wieder mit mir durchbrannte. Manchmal waren wir beide ganz schöne Dickköpfe. Manchmal gewann er, manchmal auch ich. Aber wir wussten, was wir aneinander hatten. Viele wunderbare Jahre haben wir zusammen erlebt, unzählige Wettrennen ausgefochten, so manche Hürde überwunden und uns gelegentlich auch mit viel Disziplin an der hohen Dressur versucht. Wir waren nie große Turniersieger, aber wir liebten unsere flotten Ausritte durch die Natur, unsere entspannten Spaziergänge und gelegentlich einen fetzigen Hindernisparcours.

Mittlerweile ist mein bester Freund schon ziemlich alt geworden. Seine Zähne werden immer dunkler, seine Knochen immer sichtbarer und seine Schritte gemäßigter. Was bleibt, sind sein unverwechselbarer Charakter und sein grenzenloser Appetit. Mein ganzes Taschengeld geht für seine Stallmiete drauf, damit er all das Extrafutter bekommt, was er nun im Alter benötigt. Mein Geld zum Leben muss ich mittlerweile selbst verdienen und gelegentlich frisst mir eine weitere Tierarztrechnung ein Loch in meine Ersparnisse. Doch ich mache das alles gern. Warum? Ganz einfach: dieses Pferd hat mir so unendlich viel für mein Leben gegeben und war der beste Lehrmeister, den ich je hatte. Er hat mir Verantwortung, Disziplin, Vertrauen, Geduld und Ehrgeiz beigebracht und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Darüber gibt es keine Zweifel. Er hat mir sein Vertrauen geschenkt, auf mich aufgepasst und mir selbst meine langen Zeiten der Abwesenheit immer wieder verziehen. Dafür verdient er alles, was in meiner Macht steht, damit er sein Ponyrentner-Dasein in vollen Zügen genießen kann.

Unser Leben hat sich im Laufe der Jahre sehr verändert. Ich war für lange Zeit im Ausland und lebe mittlerweile in Berlin, weit fort von ihm. Ihn mitzunehmen und damit aus seiner gewohnten Umgebung zu reißen, habe ich nicht übers Herz gebracht. Meist bleibt mir nur ein Nachmittag im Monat, um ihn zu besuchen, aber diesen möchte ich nicht missen. Es ist immer wieder etwas ganz Besonderes, mit dem Auto raus aufs Land zu fahren und einen entspannten Ausritt, oder einen gemütlichen Spaziergang mit meinem Alfred zu unternehmen und dabei mit ihm herumzualbern, wie in alten Zeiten. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass irgendwann der traurige Tag kommen wird, an dem sich unsere Wege für immer trennen werden. Der pure Gedanke daran tut mir unheimlich weh aber er ist auch ein Teil meiner Verantwortung, vor der ich mich nicht drücken darf. Nur heute, da möchte ich nicht darüber nachdenken, sondern mich lieber an all die tollen Momente erinnern, die Alfred und ich in den letzten 10 Jahren gemeinsam erlebt haben und mich auf hoffentlich viele weitere freuen.

Heute, am 3. September 2014, ist mein geliebtes Pony Alfred schon ganze zehn Jahre lang bei mir. Das ist ein Grund zu feiern und gleichzeitig meinen größten Dank an alle die Menschen auszusprechen, die das möglich gemacht haben, wie zum Beispiel meinen Eltern, die ihr Herz dazu erweichen lassen haben, mir diesen Traum zu erfüllen (fragt mich bitte nicht, wie ich das geschafft habe ;-), der lieben Familie Hirsch für ihre aufopfernde Pflege und Geduld mit mir und meinem Pony, und natürlich auch meinen vielen lieben Freunden, die uns im Laufe der Jahre immer wieder auf der Ponywiese besucht haben. 10 ganze Jahre sind nun schon vergangen und ich hoffe, es werden noch viele weitere dazu kommen, für mich und meinen besten kleinen Ponyfreund, namens Alfred.

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EN: On September 3rd, 2004, a really special dream came true to me. It was this wonderful dream that nearly all little girls have had but I was was part of the lucky ones to have it fullfilled: I got a horse of my very own. My own, crazy little pony, called Alfred. It felt like was in heaven on earth.

So I thought at first but the truth is that this dream involved a lot of responsibility which I had to learn how to cope with. At first, my grades went down and was far from becoming the most popular girl at school. In fact, most of my friends had turned away from me, because my interests had changed and I would spend my afternoons on the back of my horse, while my friends went shopping, or to the cinema – without me. Another challenge I had to face was my dear Alfred himself. He gave me a very hard time to get used to him and not be afraid when he started running and it was very hard to stop him. However, giving up has never been an option, because this horse was now mine and I had to take care of him.

It took a little while but I learned how to manage my time between school, homework and my afternoons on the meadow. My grades were soon much better, than they had ever been before, as I got more disciplined and responsible. A few of my friendships did recover but my social status at school remained complicated for quite a while longer. I didn´t care much about it, though, for I had found the best friend, I ever had and he was called Alfred. He always listened to what I told him, he was there for me, made me forget about my tears but also taught me to respect him and his needs. We were both really stubborn. Sometimes, he won, sometimes I did, but we always knew what we had in each other. It´s been wonderul years that we spent together, racing along the fields, jumping fences and evetually trying some dressage lessons. We have never been the champions at a show, but we did have a lot of fun together.

My best friend has become old now. His teeth have turned darker, his bones have become quite visible and his pace has become much slower. What remains, is his uncomparable character and his shameless appetite. All my pocket money goes into his rent, so that he can get all the extra food he needs at his age. That means I have to earn money for my own living, which is hard at times, since I´m still a fulltime-student, but to me it´s all worth it. Why? Because this little pony has given me much more than anyone before. He is the best teacher, I ever had. He taught me responsibility, discipline, trust, patience and ambition and made me become who I am today. There´s no doubt about that. He´s given me his trust, he´s taken care of me and he even forgave my long periods of absence. Therefore he truly deserves all that´s in my power to make sure, he enjoys his being as a senior for as long as his health allows him to do so.

Our lives have changed a lot. I was abroad for quite a while and for a few years, I´ve been living in Berlin – far, far away from him. Often, I get only one afternoon in a month to visit him but I would´t want to miss any of those days. Driving out to the countryside, seeing him, grooming him, taking him out for a walk or a little ride has always made me feel like coming home. Of course, I am aware that one day, our ways will part. Thinking of it fills my heart with pain but I know that I will have to face this situation one day, as it is part of my responsibility for him that I must not escape from. However, that´s not what I want to think of, today.

Today, on September, 3rd, 2014, my dear Alfred has been with me for ten incredible years! It´s time to celebrate and to thank all these kind people, who´ve made this possible, especially my parents and the people who take care of him every day but also to all my friends, who´ve come to visit us. Here´s to ten years with my crazy, little best pony friend, called Alfred and to many, many more years to come!

 

Saludos y Besitos,

Mandy xx

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2014 – we made it!

 

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