Dia de Muertos en Michoacan

Dia de Muertos en Michoacan

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Hola mis Amigos Queridos,

Please scroll all the way down for the English translation!

Vorbei ist es, das dritte von 4 Levels. Letzte Woche waren mal wieder Final exams und in dieser Woche hat damit offiziell das letzte Level, welches ich hier am CUCEA unterrichten werde, begonnen. Nur noch 3 Wochen! So langsam fliegt die Zeit dahin…

Wie auch immer-ich bin euch eine Menge Blogposts schuldig. In der letzten Zeit war ich uneimlich viel unterwegs und habe jede Menge “Blogmaterial” gesammelt. Nur an der Zeit und der zuverlässigen Internetverbindung, um euch darüber zu berichten, fehlt es wie so oft. Das wird aber jetzt so schnell wie es geht nachgeholt und ich hoffe dass ich im Laufe des Wochenendes noch weitere Posts fertig stellen kann.

Heute möchte ich euch zunächst über mein aufregendes Wochenende in Michoacan zu erzählen, welches mittlerweile schon fast drei Wochen zurück liegt. Der helle Wahnsinn wie die Zeit verfliegt!

Diesmal war ich mit der größten und bekanntesten Studentenorganisation, genannt conexion gdl unterwegs. Dort geht es schon um einiges professioneller und organisierter zu als bei anderen Organisationen und der i-Punkt sind natürlich die tollen T-Shirts, die man auf jeder Reise gratis dazu bekommt!
Wer allerdings auf ein gemütliches Wochenende, Unabhängigkeit und Ruhe aus ist, der sollte sowas vielleicht lieber lassen aber für alle die gerne feiern, gerne reisen und keine Phobien vor großen Menschenansammlungen haben, ist das genau richtig! Ich muss ja sagen, dass ich beides mag. Manchmal brauche ich meine Ruhe und manchmal Remmi Demmi =D
 
Am Donnerstag, dem 1. November, den ich von meiner lieben Chefin extra freibekommen hatte, ging es los in Richtung Patzcuaro, einer kleinen Stadt im Staat Michoacan. Dieser Staat ist dafür bekannt, dass der Dia de Muertos, also der Totentag, dort besonders traditionell gefeiert wird und deswegen mussten wir da natürlich hin.

Nach knapp 6 Stunden feucht fröhlicher Fahrt mit jeder Menge Bier, Tequila und lauter Musik-wie sich das für eine conexion-Reise gehört, sind wir in der kleinen Stadt Patzcuaro angekommen. Dort hatten wir kurz Zeit, um uns den Trubel auf dem Markt anzusehen, das ein oder andere sagenhaft günstige Souvenir zu erstehen und jede Menge Tacos mit feurig scharfer Soße zu essen, bevor die Fahrt zum Lago Patzcuaro weiterging.

Am Lago Patzcuaro angekommen, wurden wir sofort in Boote verfrachtet und auf die Isla de Janitzio verschifft, welche am Dia de Muertos zum kulturellen Zentrum der Feierlichkeiten wird. Diese kleine kreisrunde Insel ist das religiöse Zentrum der Region und besitzt an ihrem höchsten Punkt eine riesig große Jesusstatue, die der in Rio de Janeiro ähnelt. Tausende Menschen tummelten sich bereits auf der Insel. Überall wurden Essen, Getränke und Souvenirs verkauft. Es gab laute Musik und die ein oder andere Tanzaufführung. Nahe dem Ufer befand sich ein winzig kleiner Friedhof, auf welchem jedes Grab mit Kerzen übersäht und prächtig geschmückt war. Von Weitem sah im orangefarbenen Kerzenschein alles so friedlich aus, doch von Nahem erlebte man das reinste Chaos. Tausende Touristen schubsten sich durch die schmalen Gassen zwischen den Gräbern, schossen schamlos Fotos von Einheimischen, die an den Gräbern saßen und ihren Verstorbenen Angehörigen gedachten und fielen dabei vor Ungeduld fast in die Grabstätten hinein. Nach wenigen Minuten war mir klar, warum die Einheimischen den Touristen gegenüber nicht allzu freundlich gesonnen waren. Ich packte meine Kamera beschämt wieder ein und trat den Rückzug aus der Menschenmenge an. Manchmal ist es doch respektvoller, die Dinge mit Abstand zu betrachten.

impresiones de Janitzio

Um kurz nach 1Uhr nachts ging es wieder zurück in die Boote. Ich kann mich kaum daran erinnern, wann ich das letzte Mal so gefroren habe wie in dieser Nacht. Das muss im letzten deutschen Winter gewesen sein…
An diesem Wochenende war ich wettertechnisch einfach mal voll daneben gekleidet. Man hätte sich ja vorher mal schlau machen und feststellen können, dass es im Michoacan doch um einiges kälter ist als in Guadalajara. (Trotzdem immer noch “anders kalt” als in Deutschland, haha =D )
Jedenfalls hat in dieser Nacht die ganze Crew ihren Gefallen an den einheimischen Ponchos, sowie an den Ponchecitos,der alkoholfreien, mexikanischen Variante von Glühwein, gefunden.

In den Bussen ging es weiter zur letzten Station der Nacht, einem kleinen Dörfchen namens TzinTzunTzan, was eher chinesisch klingt, wohl aber ein Wort aus der azthekischen Sprache ist. In diesem Dorf befindet sich ein riesiger Friedhof, den wir natürlich auch noch besuchen mussten. Hier war es jedoch um einiges schöner. Durch die Größe des Geländes hat sich die Menge an Menschen ganz gut verlaufen und man konnte sich in Ruhe einen Eindruck verschaffen. Bis heute ist es mir irgendwie unangenehm, wenn ich daran denke, wie ich als ahnungsloser Tourist von Grab zu Grab gewandert bin, um mir die Dekorationen anzuschauen und ein paar Fotos zur Erinnerung zu machen. Neben nahezu jedem Grab saßen Einheimische in mehrere Decken eingehüllt und starrten geradeaus. An manchen Gräbern ging es auch recht fröhlich zu-man saß neben einem Lagerfeuer, trank Bier und sang. Auch in Mexiko gibt es unterschiedliche Art und Weisen, mit dem Tod und der Trauer umzugehen. Generell lässt sich jedoch sagen, dass der Umgang mit dem Tod sich erheblich vom Rest der Welt unterscheidet. Er wird hier weitaus weniger gefürchtet, man sieht in ihm eine Erlösung und eine Weiterentwicklung vom menschlichen Dasein. Deshalb wird auch nicht still und elend getrauert, wie etwa in Europa, sondern es wird mit Freude an die Verstorbenen gedacht und dabei gefeiert und gelacht.

Der Dia de Muertos ist zwar ein katholischer Feiertag, die Art und Weise, wie er in Lateinamerika-vorallem in Mexiko-gefeiert wird, lässt jedoch Rückschlüsse auf den Totenkult der azthekischen Kultur schließen. Am Dia de Muertos kehren die Toten dem Glauben gemäß an ihre Grabstätten zurück. Um sie anzulocken, werden die Gräber mit orangen Ringelblumen geschmückt, die eigentlich nur für diesen Tag gezüchtet werden. Die Angehörigen stellen außerdem einen Korb mit Gaben zurecht, die ganz den Vorlieben des Verstorbenen entsprechen. In der Regel bestehen die Gaben aus Früchten, kleinen Totenköpfen aus Zuckerguss, Pan de Muertos(das traditionelle Zuckerbrot, welches man in dieser Zeit überall kaufen kann-sehr lecker), und auch die ein oder andere Flasche Corona oder gar Tequila konnte ich entdecken. Dem Brauch nach, ziehen die Toten die Nährstoffe aus den Speisen, um sich nach ihrer langen Reise zu stärken. Daher bleiben die Gaben äußerlich scheinbar unberührt. Die Feierlichkeiten beginnen am 1.November gegen Mitternacht-in dieser Nacht wird den jung verstorbenen gedacht, während man in der darauf folgenden Nacht den älteren Verstorbenen gedenkt. Außerhalb der Friedhöfe gibt es überall Jahrmärkte, Musik und Tanz-in Deutschland absolut unvorstellbar aber hier wird der Tod gefeiert-nicht gefürchtet und letztendlich war es ein unglaublich beeindruckendes Erlebnis, diese Tradition hautnah erleben zu können.

cemetery in TzinTzunTzan

Gegen 5uhr morgens sind wir dann alle todmüde und durchgefroren in Morelia in die Hotelbetten gefallen. Den kommenden Tag haben wir nahezu verschlafen, abgesehen von einer kleinen Sightseeingtour in der Stadt, welche immerhin eine Million Einwohner hat und die Hauptstadt des Staates ist. Am Abend gab es dann, ganz nach den Regeln der Kunst für eine Reise mit conexion. Barra Libre im Hotel. Bedeutet: Bar frei und Tequila bis zum Absturz. Als der ganze Tequila leer war, ging es dann in Morelias edelsten Nachtclub, eine Lounge in den Bergen, mit fantastischem Panoramablick über die Stadt. Dort liefen die üblichen elektronischen Klänge wie im Rest der Welt, doch die Atmosphäre war einzigartig. Auch in dieser Nacht haben wir unser Hotelbett erst im Morgengrauen begrüßt ;-)

Sightseeing in Morelia
party&fun in Morelia

 Der Samstag stand ganz im Zeichen der Natur. Von Morelia aus sind wir ungefähr drei Stunden bis zum Volcan Paricutin gefahren-einem echten Vulkan! Für die restliche Strecke mussten wir unseren gemütlichen Reisebus gegen kleine Camionetas tauschen, denn es ging über holprige, enge Straßen steil bergauf. Nicht nur einmal sind wir unterwegs stecken geblieben… Meine liebe Tante hätte die Abenteuerlust überfallen! =)

Climbing Volcan Paricutin

Die restlichen 200m zum Krater durften wir dann allerdings doch zu Fuß zurücklegen. Über Schutt und Stein ging es steil bergauf-das war schon beängstigend, aber wie sagt man so schön: Das Leben ist wie Bergsteigen, denn die Aussicht ist fantastisch! Und der Blick in den riesigen Vulkankrater mit den aufsteigenden Schwefelwolken war die Kletterei allemal wert. Absolut beeindruckend!
Noch viel genialer war allerdings der Weg zurück nach unten! Während ich bei der Bergbesteigung mehr und mehr Bammel vor dem Rückweg bekam, stellte dieser sich zum Schluss als absolut spaßiger Adrenalinkick heraus. Schnurgerade bergab ging es-auf heißer Vulkanasche! Hört sich irre an, sieht auch irre aus aber bringt unheimlich Spaß, sobald man den Dreh raus hat. Anstatt sich festzukrallen, muss man ganz gemütlich von einem auf den anderen Fuß hüpfen und sich den Hang hinabgleiten lassen. Das fühlt sich an wie Trampolinspringen und man kann dabei ein gewaltiges Tempo erreichen. Am Lustigsten war es, einmal mit geschlossenen Füßen abzuspringen-da springt man dann tatsächlich mehrere Meter weit-wie Superman. Otra vez! Ich will nochmal!!! =)))
Danach besuchten wir noch ein kleines Indianerreservat, was leider im Regen überhaupt nicht schön und eisig kalt war und ich kam in den Genuss der ekligsten Quesadillas meines Lebens. Die waren aus blauem Mais, daher die Farbe, und leider überhaupt nicht für meinen europäischen Magen gemacht aber naja, no risk, no fun ;-)

Sliding down Volcan Paricutin&visiting the village…

Leider war das Wetter nach dem Vulkanbesuch überhaupt nicht mehr auf unserer Seite und es hat das ganze restliche Wochenende geregnet. Deshalb war unser Ausflug in den Uruapan Nationalpark am Sonntag dann leider auch recht trist und kalt. Sehr schade-ich glaube mit Sonnenschein, wäre es paradiesisch gewesen, zwischen Wasserfällen und Flüssen umher zu streifen.

rainy day in Uruapan

Letztendlich war es aber trotzdem ein rundum gelungener Wochenendausflug und ich kann allen zukünftigen Austauschstudenten in Guadalajara nur empfehlen mindestens eine Reise mit conexion zu wagen-ihr werdet voll auf eure Kosten kommen! ;-)

Damit erstmal genug von mir-für heute. Mehr kommt bald!

Saludos&Besitos,
Mandy xx

We have officially reached the last period of our internship at CUCEA! Level 4/4 has started and just 3 weeks are left. Time is running!!!
Today I want to tell you about my experience of the mexican holiday Dia the muertos which I´ve spent in Michoacan, another Mexican state. This state is famous for its traditional way of celebrating this day. I took this trip with another student organization, called  conexion gdl which is the biggest and most professional student organization in Guadalajara. You even get a free t-shirt on every trip you take with them! However, if you don´t like partying, noise and a little drinking then you are the wrong person to go on such trips. I enjoy both independent travelling and travelling in groups with other young people-so for me it was perfect to experience a weekend with conexion.
Dia de muertos is a catholic holiday,celebrated on 2nd of November and the nights before and after. The traditional way it is celebrated in Mexico probably leads back to aztec roots and it is truly unique n the world. In the night between the 1st and 2nd of November, people go to the cemetery and beautifully decorate the tombs of their dead relatives with organge marigolds and candles. They also bring a basket with gifts for the dead, consisting of fruits, traditional candy, pan de muertos (which tastes very good!) and I´ve also spotted bottles of beer or Tequila. It is believed that during this night, the dead come back to their graveyards and the gifts are supposed to attract them and to feed them after their long journey. Especially in Michoacan, people spemd all the night next to the tombs to be as close as possible to their relatives, whose spirits are suppposed to be around. At some graves there were people, huddled up in blankets and just staring at the graves, others were having a little celebration even. Generally, their attitude towards death is a lot different from what I´ve known before. They don´t mourn, they aren´t sad-death is just another stage and the dead are moving on to other places, so people are actually happy for them. Outside the cemetery there are big markets and festivities going on-a truly amazing experience.
We visited both the village of Patzcuaro, the famous island of Janitzio-the cultural centre of the festivities and the huge cemetery in the little village of TzinTzunTzan. Especially in Janitzio, however, I had the feeling of interfering with somebody´s privacy. The tiny cemetery was packed with thousands of people and so it was impossible for the local people to have a quiet moment, while thinking of their dead relatives. It made me feel really uncomfortable and so I turned and left. The other cemetery was much nicer and not half as packed. It was just beautiful to watch over this huge sea of candles and marigolds but strange n the other hand, knowingthat you were actually inside a cemetery. 
It took the whole night to visit all these traditional places and so it was early in the morning when  we arrived at our hotel in Morelia, the capital city of the state Michoacan. 
Friday was dedicated to sightseeing in this picturesque old city and the night was all about barra libre and clubbing in typical conexion-manner. We went to a really great nightclub up on the hills in Morelia which offered a spectacular view over the city lights. 
On  Saturday, we climbed volcano Paricutin, another first for me. Actually, I´m really not a hiking person and at first it really scared me to walk in these heights on paths that were everything but secure-but the view was spectacular and it was absolutely rewarding to reach the top and stroll around the crater. Even more spectacular though, was the way downhill. We went straight down on a path of warm volcano ashes. It sounds dangerous-it looked dangerous but it was awesome! Once you got the hang of it, it felt like sliding or jumping a trampoline. Jumping with both feet could actually take you several feet far. It went only too fast until we reached ground level again.
The rest of the weekend was rainy and cold, so our trip to Uruapan National park on Sunday wasn´´t that nice. I bet in sunshine it would have been like like paradise =)
Anyway, it was a great weekend and I advise every future exchange student to do it as well!!!!
Stay tuned, there will be more posts soon! xx

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