Sometimes it’s worth the struggle

Sometimes it’s worth the struggle

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Manchmal ist das Leben eine echte Qual. Man quält sich als junger Mensch durch Schule und Studium und als Erwachsener von Montag bis Freitag zur Arbeit. Man quält sich um seinen Haushalt auf Vordermann zu halten, körperlich fit zu bleiben und persönliche Ziele zu erreichen. Der Mensch quält sich einfach gern, sei es nun physisch, oder psychisch. Es gibt kaum eine Herausforderung, die ihn nicht dazu verlockt, wenn nicht sogar dazu zwingt, sich ein bisschen zu quälen. Das geht den Menschen im Alltag nicht anders, als den Menschen auf Reisen.

An karibischen Traumstränden zu baden, tropische Länder zu bereisen, exotische Speisen zu probieren, oder faszinierende Tiere zu beobachten hat in unserer Vorstellung allerdings oft wenig mit Quälen zu tun und so konnte auch ich es kaum erwarten, mich mal für ein Weilchen von den Herausforderungen des Lebens zu befreien, als ich vor einem halben Jahr meinen Studienalltag in Deutschland hinter mir ließ und nach Südamerika reiste. Aber die Nummer geht nicht unbedingt auf, denn auch auf Reisen muss der Mensch sich quälen, um gewisse Herausforderungen zu bestehen. Der Unterschied? Auf Reisen macht er das gern! Denn nur wer sich quält, erlebt am Ende die richtig großen Abenteuer. “Ohne Schweiß kein Preis!” – das musste auch ich am eigenen Leib erfahren.

In La Paz, da war es die Höhenluft und in Kolumbien hat mich die tropische Hitze gequält. Außerdem sind da noch mein schwerer Rucksack, kalte Duschen und endlos lange Busfahrten, die mir des Öfteren das Leben schwer machen. Das alles ist aber gar nichts im Vergleich zum Anstieg des Vulkan Acatenango in Guatemala, der mich in dieser Woche bis an die oberste Grenze meiner Belastbarkeit brachte. Einmal im Leben einen Vulkanausbruch zu sehen, das war mein Traum. Doch war dieser Traum wirklich all die Quälerei wert?

Am Dienstagmorgen um 9Uhr war die Welt noch in Ordnung. Gut gelaunt plauderte ich mit Luis und den anderen Hotelbewohnern am Frühstückstisch und wartete gespannt auf unsere Abfahrt zum Vulkan. Um 12Uhr Mittags war meine Aufregung jedoch bereits gewichen. Die Wanderung startete mit einem steilen Anstieg auf unwegsamen Gelände. Schnaufend brachte ich die erste und auch die zweite Etappe hinter mich, bis sich schließlich die Frustration in mir breit machte. Unsere fünftägige Wanderung im kolumbianischen Dschungel kam mir plötzlich wie ein Spaziergang vor. Um 2Uhr nachmittags kam schließlich die Verzweiflung. Gerade mal die Hälfte des Weges war geschafft, doch der Anstieg wurde nicht milder. Ganz im Gegenteil: mit der zunehmenden Höhe wurde die Luft immer dünner zum Atmen, die Temperaturen immer kälter und der Himmel über uns immer unfreundlicher. Ich hatte keine Ahnung, ob ich es nach oben schaffen würde, aber ich lief weiter. Um 16Uhr lag ich fast am Boden. Alle zehn Schritte musste ich kurz innehalten, um den andauernden Brechreiz zu unterdrücken, den mir die dünne Luft auf 3500m bescherte und am liebsten hätte ich mich heulend auf den Boden geworfen, um wie ein kleines Kind gegen die Ungerechtigkeit des Lebens zu protestieren. Aber dafür war es ohnehin viel zu kalt, und zu nass, und…da war es plötzlich! Um 17:30Uhr erinnerte mich ein lautes, donnerartiges Rumpeln an den Grund warum ich eigentlich hier war. Ich nahm meine letzten Kräfte zusammen, richtete mich wieder auf und lief weiter.

Wie benebelt taumelte ich die restliche Etappe entlang, entschlossen zu kämpfen, bereit mich zu quälen und alles zu geben, damit ich den wohl beeindruckendsten Anblick meines Lebens nicht verpassen würde. Und als es endlich soweit war und der donnernde Vulkan El Fuego hinter einer Felsenklippe in Sicht kam, blieb ich wie vom Donner gerührt stehen. Rauch, Ascheregen und plätschernde Lava. Ein echter Vulkanausbruch vor meinen Augen! Wahnsinn!!!

Ohne meinen Blick von diesem Naturschauspiel abwenden zu können, bewältigte ich schließlich auch noch die letzten Meter bis zum Camp. Meine Verzweiflung war purer Faszination gewichen. Meine körperliche Erschöpfung verblasste hinter blanker Begeisterung. Dass ich es geschafft hatte, war mittlerweile zur Nebensache geworden. Meine ganze Aufmerksamkeit galt dieser aufregenden Naturgewalt, die sich direkt vor meinen Augen entfaltete.

Die ganze Nacht saßen wir am Lagerfeuer und beobachteten die gigantischste Eruption des Vulkan El Fuego seit Jahren – fassungslos über unser Glück, genau zur richtigen Zeit an diesem Ort sein zu können, um dieses Feuerwerk der Natur mit eigenen Augen erleben zu können, grenzenlos erschöpft von den Strapazen des Anstiegs und gleichzeitig unheimlich erleichtert, dass wir es geschafft hatten. Zum andauernden Donnern und Grollen des Vulkans schliefen wir schließlich in unseren Zelten ein, zitternd vor Kälte und Überwältigung von den Ereignissen des Tages.

Ich muss es wirklich zugeben, dass ich jeden einzelnen Moment dieser Wanderung gehasst habe. Mit viel Mühe, Jammern und Überwindung habe ich mich in Kaffeebohnenschrittchen diesen Berg hinaufgequält. Der Aufstieg auf 3900m war für die meisten kein Kinderspiel und vor allem für jemand mit so wenig Kondition wie mich eine verdammt große Herausforderung. Auf die Frage hin, ob sich die Quälerei denn wenigstens gelohnt hat, habe ich allerdings eine eindeutige Antwort: JA JA und JAAA!!!!!

Einmal im Leben einen Vulkanausbruch zu beobachten war immer so ein Traum. Nachts auf 3600m am Lagerfeuer zu sitzen und dabei ein solch gewaltiges Naturschauspiel zu erleben, wie es nur aller paar Jahre vorkommt, und welches in Bildern und Worten absolut nicht in seiner Gewalthaftigkeit wiedergegeben werden kann, einen Sonnenaufgang auf 3900m zu beobachten, und dabei dieses Glücksgefühl zu spüren, wenn man es endlich hinauf auf den Gipfel geschafft hat – all das war es wert, mich unendlich zu quälen. Für meinen vielen Schweiß bekam ich einen gigantischen Preis.

Das Leben mag vielleicht manchmal eine Qual sein, aber der Lohn dafür zahlt sich am Ende meistens aus! – Eine Lektion fürs Leben, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Ging es euch auch schon einmal so wie mir? Was hat euch dazu motiviert, euch bis zu eurem Ziel zu quälen und hat es sich am Ende gelohnt?

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Life can be a real struggle, sometimes. Young people are struggling to succeed in school and college and as an adult they’re struggling in their jobs from Monday to Friday. People struggle to keep up with their households, to stay in shape and to reach their goals. One could say that people really love to struggle, be it physically or mentally. There’s a hardly a challenge that would not tempt people to struggle a bit in order to succeed. It applies to both people  in daily life, as well as to those ones who are travelling the world.

Bathing in the Caribbean Sea, traveling tropical countries, trying exotic food, or watching fascinating animals, though, never really connects to struggling in our minds, and therefore I could hardly wait to free myself from the struggles of daily student life back home, when I boarded my flight to South America half a year ago. But that didn’t really turn out to be true, because even when we travel, people still have to struggle in order to master certain challenges. The difference? People love to struggle when they travel! Because only those who struggle will experience the greatest adventures in the end. “There’s loan without making an effort!” – and that I head to learn for myself!

In La Paz, it was the thin air in high altitude that made me struggle, while in Colombia, it was the tropical heat. Apart from the climate, there’s a heavy backpack which I am struggling to carry around each day, cold showers and never ending bus rides that really don’t make my life much easier. In the end, however, none of this compares to the ascend of Volcán Acatenango in Guatemala, for which I really had to push myself to the limits, this week. Observing a real volcanic eruption, at least once in life – that used to be my dream. But was fulfilling this dream really worth all the struggle?

On Tuesday morning at 9am, the world was still in order. I spent the morning in a good mood, chatting with Luis and other hostel guests over the breakfast table, and excitedly waiting for our departure to the volcano. At 12pm my excitement had already faded, though. Our hiking trip had started out on quite a steep ascend on rocky ground. Already panting from exhaustion, I made the first and second leg of the hike, before I started to become frustrated. Compared to this, our five-day trek through the Colombian jungle appeared to me like a short walk around the block. At 2pm in the afternoon, I was desperate. Only half of the ascend was done, but it wasn’t going to become less steep. On the contrary: with the higher altitude, the air became even thinner and made it harder to breathe, the temperatures became much lower, and the sky above us didn’t look much friendlier. I had no idea, if I would be able to make it up there, but I walked on. At 4pm, I almost fell to the ground. I had to hold in every ten steps to suppress my ongoing nausea, which I was given by the thin air in 3500m, and I just wanted to throw myself to the ground and cry like a little child, because life was so unfair. Anyway, it was much too cold and the ground was much too wet to do that and … Suddenly, there it was! At 5:30pm, a loud, rumbling thunder reminded me of what Inwas actually doing here. I summoned all my remaining strength, lifted myself up and continued to walk.

As if I was completely mellow, I stumbled along the remaining leg of our hike, determined to fight, ready to struggle and to give everything, so I would not have to miss out on the most impressive thing I’ve ever seen. And as I finally caught sight of Volcán El Fuego, I had to hold in as if struck by lightning. Smoke, ashes, and splashing lava. A real volcanic eruption right in front of my eyes! It was insane!!!

Without turning my view away from this miracle of nature, I finally covered the remaining distance towards the camp. My desperation had turned into pure fascination. My physical exhaustion faded behind my excitement. The fact that I had made it became less important, since my whole focus was pointed towards this amazing power of nature, which was enfolding itself right in front of my eyes.

We spent the whole night sitting around the bonfire and watching the most gigantic eruption of Volcán El Fuego that has happened in years – stunned by how lucky we were to be at this place at the exact right time, to watch this firework of nature with our own eyes, boundlessly exhausted by the struggles of the ascend and extremely relieved that we had made it here all the way. To the ongoing thunder and rumbling of the volcano, we finally fell asleep in our tents, shivering with cold and excitement over the events of the day.

I really have to admit that I absolutely hated every single moment of this hike. With a lot of effort, complaining and overcoming my struggles, I tortured myself up there one step at a time. The ascend to 3900m clearly wasn’t a piece of cake for anyone of our group, but for someone who is in as badly a shape as I am at the moment, it turned out to be quite a great challenge. Nevertheless, I got only one answer to the question whether it was worth all the struggle in the end: YES, YES and YEEES!!!!!

Observing a real volcanic eruption at least once in my life had always been one of my dreams. Sitting at a bonfire on 3600m of altitude at night, while experiencing such an amazing miracle of nature, which only happens every couple of years, and which can’t be pictured by words or photographs in its grandeur, watching the sunrise on 3900m of altitude and feeling the rush of finally reaching the top of a mountain – for all this, it was woth to push myself to the limit. For all the effort I had made, I got a gigantic reward.

Life may be a struggle at times, but the reward for it almost always pays off! – A lesson I will remember for the rest of my life.

What about you? Have you ever made a similar experience? What has motivated you to keep struggling until you reached your goal and was it worth it in the end?

Watch the new video made by my love Luis Miguel Gisbert!

 

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